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 |  |  |  | 02. Februar 2009 |
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Kirchlengern. Über die demografische Entwicklung in Kirchlengern und den daraus resultierenden Maßgaben für die Entwicklung der Ortsteile diskutierten viele Besucher auf Einladung der SPD mit dem Bürgermeisterkandidaten Stefan Tödtmann und der Sozialdezernentin der Stadt Herford, Jutta Decarli.
Stefan Tödtmann erläutert in den gut gefüllten Räumen „ Im Rauchfang“ des CVJM Stift Quernheim, wie sich die Bevölkerungsstruktur in der Gemeinde in den nächsten zwanzig Jahren verändern wird. Die Bevölkerung insgesamt wird nur geringfügig abnehmen obwohl die Geburtenzahlen deutlich sinken werden. Der Anteil der älteren Menschen wird daher stark zugenommen haben. „Diese bereits heute erkennbaren Veränderungen bedeuten eine große Herausforderung für unsere Gemeinde. Infrastruktur und kommunale Angebote sind entsprechend anzupassen.“, erklärte der Bürgermeisterkandidat. Es sei allerdings entscheidend wichtig, jetzt klare Konzepte zu haben, die gemeinsam mit den Menschen vor Ort diskutiert worden seien und die in die Zukunft reichen. „Kurzfristige Schnellschüsse helfen hier nicht weiter“, erklärte Stefan Tödtmann.
Jutta Decarli, Dezernentin der Stadt Herford für Bildung, Jugend und Soziales unterstrich diese These und veranschaulichte sie anhand von Erkenntnissen, die sie in ihrer Praxis erworben hat. So würde zwar beispielsweise die Zahl der Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter abnehmen, die Anforderungen an die Qualität der Betreuung und an die Bildung jedoch steigen. Die Kommunen müssen hier mehr investieren. Ganz wichtig sei dabei die Vernetzung von Angeboten.
Oder das Lebensumfeld älterer Menschen in den Ortsteilen müsse zum Beispiel so gestaltet werden, dass ihnen möglichst lange ein selbstbestimmtes und sicheres Leben in ihrer vertrauten Umgebung möglich sei. „Dazu gehören Pflege- und Beratungsangebote ebenso wie die Schaffung von Räumlichkeiten, in denen sich die Menschen treffen und austauschen können“, so Frau Decarli. Auch hier sei die Gemeinde gefragt.
In der anschließenden Diskussion zeigten sich die Anwesenden von der Idee begeistert, die Entwicklung der Ortsteile in Kirchlengern jeweils mit den Bürgerinnen und Bürgern aller Altersgruppen sowie den schon heute mit der Gemeinschaft stark verbundenen Vereinen, Verbänden und der Wirtschaft zu diskutieren. „Allerdings müssen sich Verwaltungsführung und Rat auch darauf einlassen“, so Jutta Decarli. „Eine Einbeziehung in die Gestaltung und Planung größerer Sozialräume von Anfang an, ist das was angestrebt werden sollte“.
Bürgermeisterkandidat Stefan Tödtmann erklärte abschließend er wolle diesen Weg beschreiten, denn er sei überzeugt, dass nur so die Aufgaben der nächsten Jahre und Jahrzehnte gemeinsam bewältigt werden können. „In Zukunftswerkstätten sollten Ideen gesammelt und mit Hilfe von Ortsteilbudgets umgesetzt werden. Auf diese Weise dokumentiert die Verwaltung den festen Willen etwas bewegen zu wollen und den Prozess aktiv zu begleiten“ stellte Tödtmann fest. Das sei gleichzeitig ein Zeichen an das ehrenamtliche Engagement, denn letztlich werde es ohne hauptamtliche Unterstützung nicht gehen.
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