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 |  |  |  | 11. Mai 2009 |
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Kirchlengern. Bürgermeisterkandidat Stefan Tödtmann fordert auch in Kirchlengern ein Förderprogramm zur Unterstützung junger Familien beim Kauf von älteren Häusern. Mit Ulrich Ewering, dem Fraktionsvorsitzenden der SPD im Rat der Gemeinde Hiddenhausen, diskutierte Tödtmann über die Auswirkungen des demografischen Wandels und lotete die Chancen und Möglichkeiten einer solchen Maßnahme aus, wie sie in Hiddenhausen bereits verwirklicht ist.
„Wir werden weniger und wir werden älter“, brachte Bürgermeisterkandidat Stefan Tödtmann vorab die beiden Aspekte der demografischen Entwicklung klar auf den Punkt. Auch in Kirchlengern würden immer weniger Kinder geboren, mit erheblichen Auswirkungen auf die Infrastruktur, beispielsweise hinsichtlich der Kindergärten und Schulen. Gleichzeitig würden deutlich mehr ältere Menschen in der Gemeinde leben. Bis zum Jahr 2025 steige der Anteil der über 80-jährigen von heute ca. 800 auf über 1.200 Bürgerinnen und Bürger, also um etwa 60 %.
„Diese Entwicklung wird auch erhebliche Auswirkungen auf den Wohnungsbestand haben“, stellte Tödtmann weiter fest. Nach einer Erhebung der Gemeinde stehen derzeit etwa 130 Häuser leer und in 490 Häusern leben Menschen, die das 70. Lebensjahr vollendet haben und ihr Eigentum allein bewohnen. Der Bürgermeisterkandidat forderte daher „Es ist höchste Zeit, dass sich die Kommunalpolitik dieser gesellschaftlichen Entwicklung klar stellt, Konzepte erarbeitet und dann auch realisiert“.
Der Strukturwandel sähe in der Gemeinde Hiddenhausen ganz ähnlich aus, erklärt Ulrich Ewering, SPD-Fraktionsvorsitzender im Rat der Gemeinde Hiddenhausen. Eine Folge sei, dass viele Siedlungsbereiche in den kommenden Jahren unattraktiv werden, da Leerstände entstünden. „Deshalb haben wir in Hiddenhausen das Förderprogramm ‚Jung kauft Alt‘ aufgelegt und damit gute Erfolge erzielt“, so Ewering. Die Gemeinde Hiddenhausen gewährt beim Erwerb einer mindestens 25 Jahren Immobilie sechs Jahre lang einen Zuschuss von jährlich 600 Euro, plus 300 Euro pro Kind, maximal jedoch 1.500 Euro. Daneben wird die Erstellung von Altbaugutachten gefördert.
Mit diesem Programm werde also der Kauf von älterem Wohnbestand für junge Familien attraktiver gemacht. Im Ergebnis würden so zwei Ziele erreicht: der Zuzug junger Familien wird befördert und der alte Wohnungsbestand wird aktiviert. Und obendrein kann weiterer Flächenverbrauch verhindert werden, da Neubaugebiete nicht weiter entwickelt werden müssten.
In der sich anschließenden Diskussion berichteten Teilnehmer der Veranstaltung, dass man nur einmal die Nachbarschaft durchgehen müsse, um zu erkennen, dass ganze Straßenzüge in absehbarer Zeit nicht mehr bewohnt sein würden. Ein Förderprogramm, auch für Kirchlengern stieß daher auf breite Zustimmung. Aber auch andere Maßnahmen wurden angesprochen. So sei beispielsweise auch die Nachbarschaftshilfe ein wichtiges Instrument, mit dem gewährleistet werden könne, dass auch ältere Menschen möglichst lange in ihrer anvertrauten Umgebung wohnen bleiben könnten.
Zusammenfassend stellte Bürgermeisterkandidat Stefan Tödtmann fest, dass es klarer Konzepte bedarf um nicht von der gesellschaftlichen Entwicklung überrollt zu werden. Die Gemeinde müsse sich engagieren, damit nicht einzelne Ortsteile aufgegeben werden. Er werde sich sowohl für die aktive Beratung der älteren Menschen als auch der potentiellen Kaufwilligen einsetzen. Am Thema werde er dranbleiben, die Debatte will er in die politischen Gremien einbringen.
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