Offener Brief an den Vorsitzenden der CDU-Fraktion

Sehr geehrter Herr Bobka,

ich finde es beschämend, wie sie mit dem Thema „Unterstützung der Bünder Tafel“ umgehen. Beschämend und unglaubwürdig. Die CDU-Fraktion möchte 1.000,- Euro spenden? Finde ich gut! Aber bitte reden und schreiben Sie nicht so viel darüber, sondern machen Sie es einfach und versuchen Sie nicht, meine Fraktion damit zu erpressen!

Nach den Aussagen, die insbesondere Sie in der Sitzung des Ausschusses für Schule, Jugend, Familie und Kultur am 04.06.2020 im Zusammenhang mit dem Antrag der SPD zur Unterstützung der Tafel getätigt haben, kann und werde ich Ihnen ihr plötzlich entdecktes Herz für die Arbeit der Tafeln nicht abnehmen.

„Warum soll Kirchlengern eine Organisation in Bünde unterstützen? Wir geben ja auch kein Geld für Bünder Turnvereine mit Kirchlengerner Kindern. Bünde unterstützt uns in Kirchlengern ja auch nicht, usw. usw.“ Sie erinnern sich? Kurz gesagt, Sie hielten es nicht für notwendig, dass wir die Arbeit der Tafel unterstützen, obwohl sehr viele Menschen auch aus Kirchlengern dringend auf sie angewiesen sind! Ihre Aussagen und ihr gesamter Auftritt in der Sitzung waren ein Schlag ins Gesicht aller, die sich ehrenamtlich für die Schwächsten in unserer Gesellschaft einsetzen.

Und jetzt stellen Sie sich hin, wedeln mit einem Tausend Euro Schein und fordern uns auf, ebenfalls zu spenden. Und als Krönung drohen sie uns damit, dass wenn wir nicht mitmachen, sie diese Aktion pressemäßig ganz groß rausbringen wollen. Wenn Sie meinen, dass das der richtige Weg ist, dann müssen Sie das tun. Dann aber bitte ohne uns! Auf dieses Niveau werden wir uns nicht begeben!

Wir haben in Kirchlengern eine eindeutige Beschlusslage: Die Verwaltung ist beauftragt, die Tafel in Bünde mit 2.000,- Euro zu unterstützen. Punkt! Wir, die SPD-Fraktion, haben ganz bewusst auf die pressemäßige Darstellung verzichtet, obwohl der Beschluss auf unsere Initiative hin gefasst wurde. Es geht hier um die Existenz unzähliger sozial benachteiligter Familien, Kinder und Einzelpersonen. Die Ärmsten der Armen. Diese für Wahlkampfzwecke zu nutzen ist so ziemlich das Widerlichste, was man machen kann.

Denken Sie mal drüber nach.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Lüking

Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat der Gemeinde Kirchlegern

Offener Brief an die CDU